Strecke Morbach – Büchenbeuren (Hunsrückbahn)

Schienenbus auf den Hunsrückhöhen vor der Kulisse des Idarkopfes

Nicht weit vom Flughafen Hahn befindet sich der Bahnhof Büchenbeuren. Das Flughafenterminal ist fußläufig in 3 km zu erreichen. Es erwartet sie neben dem gastronomischen Angebot eine Besucherterasse. Ein Rundweg um Büchenbeuren ist ausgeschildert. Radtouristen haben über den Hunsrück-Radweg Anschluss nach Kirchberg oder gelangen nach einer Tour über selbigen aus Richtung Morbach zurück zum Ausgangspunkt.

Über Felder und Wiesen

Der Streckenabschnitt BüchenbeurenHochscheid ist geprägt von herrlichen Ausblicken auf den Idarkopf (zweithöchster Berg in RLP) und bei guter Sicht bis in den Soonwald.
Der Haltepunkt Wahlenau empfiehlt sich als Ausgangspunkt für Wanderungen und bietet Anschluss an die Traumschleife „Kappleifelsen-Tour“.
Von Hochscheid gelangt man über Ausonius- und Hunsrückhöhenweg hinab ins Moseltal nach Bernkastel-Kues. Die Bahnlinie verschwindet in einem Waldstück und erreicht dann Hinzerath, mit 528,1 m ü. NN der höchste Bahnhof an der Strecke. Landschaftsgeschichtliche Einblicke gewährt die Traumschleife „Land-Zeit-Tour“. Sie führt interessierte Besucher bis zum Archäologiepark Belginum oder zur Wasserburg Baldenau. Hier kombiniert die „Arnikaschleife“ Geocaching mit spannenden Naturerlebnissen.

Der Saar-Hunsrück-EXPRESS in Höhe Bischofsdhron

Über den Heinrich-Fine-Weg gelangt man von Hinzerath nach Bischofsdhron oder weiter nach Morbach. Die Bahnlinie führt bis Bischofdhron durch ein großes  von mehreren sogenannten „Hangbrüchen“ durchsetztes Waldgebiet. Möchte man die für diesen Teil des Hunsrücks typischen Hochmoorgebiete näher erkunden, empfiehlt sich ein Ausflug in den Erhohlungswald Ortelsbruch mit Moorlehrpfad, der vom Bahnhof Morbach aus zu Fuß gut erreichbar ist. Ein urtümlicher Waldspielplatz und das Wassertretbecken bieten besonders  jungen Gästen immer wieder einen wilkommenen Zeitvertreib. Bringt man mehr Zeit mit, kann man vom Ortelsbruch aus die Traumschleife „Ölmühlentour“ erwandern oder  eine Etappe des Saar-Hunsrück-Steiges in Angriff nehmen. Der kleine Fußmarsch vom Bahnhof zum Ortszentrum Morbachs wird belohnt mit reichhaltigem gastronomischen Angebot. Sehens- und erlebenswert ist auch die interaktive Ausstellung des deutschen Telefonmuseums.

 

 

Strecke Morbach – Hermeskeil (Hunsrückbahn)

Luftaufnahme des Hoxeler Viaduktes

Zwar ist der Abschnitt Morbach – Hermeskeil zu Zeit noch nicht befahrbar, dennoch möchten wir Ihnen die bautechnischen Highlights dieser Strecke kurz vorstellen:

Deuselbacher Viadukt und Hoxeler Tunnel

Aus Richtung Morbach folgt zunächst das Hoxeler Viadukt, mit 40 m das höchste eingeschossige Eisenbahnviadukt in Deutschland. Von Morbach aus kann es über den Saar-Hunsrück-Steig erwandert werden.

Das Geisfelder Viadukt

Bis Hermeskeil folgen neben diversen kleineren Ingenieurbauten noch der Hoxeler Tunnel (240 m), das Deuselbacher Viadukt (37 m) am Fuße des Erbeskopfs (816 m ü. NN, höchster Berg in RLP), sowie das Geisfelder Viadukt (28 m).

 

 

 

 

 Strecke Hermeskeil – Türkismühle (Hochwaldbahn)

Der Saar-Hunsrück EXPRESSS vor der Kulisse des Hochwaldes

 Hermeskeil stellt das größte Mittelzentrum entlang der Strecke dar. Neben der privaten Dampfloksammlung Falz direkt im Bahnhof lohnt ein Besuch im Hochwaldmuseum, dem Naturparkinformationszentrum inklusive Erlebnismuseum oder der Flugausstellung.

Bierfelder Tunnel

Richtung Nonnweiler verläuft die Hochwaldbahn zunächst entlang des Lösterbachs, der mittels einer Behelfsbrücke aus dem Jahre 1948 (die mit max. 10 km/h befahren werden darf) und einem Betonbogenviadukt zweimal überquert wird. Das Betonbogenviadukt markiert gleichzeitig die Landesgrenze RLP-Saarland. Dem Ort Bierfeld folgt zunächst eine tunnelartige Autobahnunterführung, der sich nach nur wenigen Metern Tageslicht direkt der Bierfelder Tunnel (260 m) anschließt.
Nonnweiler ist erreicht. Einen schönen Blick auf den Ort und die das Ortsbild prägende Pfarrkirche hat man vom markanten Steinbogenviadukt Nonnweiler.  Nach Überqueren des Viaduktes fährt der Zug in den Bahnhof ein.

Viadukt Nonnweiler

Die Fortsetzung des Ruwer-Hochwald-Radweges endet hier. Müde Radfahrer, die die Steigung über den Peterberg zum Bostalsee nicht mehr in Angriff nehmen wollen, können in den nächsten Zug einsteigen, um ausgeruht zum See zu gelangen oder nach Hermeskeil zurückzukehren. Die Primstalsperre und der Hunnenring sind vom Bahnhof  aus zu Fuß erreichbar. Wer sich den Rückweg sparen möchte, erreicht über den Naturlehrpfad Otzenhausen den dortigen Bahnhof.
In Schwarzenbach empfiehlt sich ein Fahrradausflug oder eine Wanderung zum Peterberg (zweithöchste Erhebung des Saarlandes, 584 m ü. NN), die wahlweise bis zum Bostalsee fortgesetzt werden kann. Möchte man nur einen kurzen Spaziergang machen, bietet sich der nahe Ameisenerlebnispfad als Ziel an.

Nebenbahnromantik auf der Hochwaldbahn

Am eigens für den Bostalsee errichteten Haltepunkt Gonnesweiler-Bostalsee erfolgt der nächste Halt des Zuges. Rund um den See erwartet Sie ein breites Angebot an Freizeitaktivitäten. Zum Strandbad Gonnesweiler sind es vom Haltepunkt ca. 1,5 km Fußweg. Kurz nach dem Haltepunkt passiert man schon das Einfahrvorsignal für den Bahnhof Türkismühle. Hier haben Reisende Anschluss Richtung Saarbrücken und Mainz/Frankfurt. Für Radtouristen besonders interessant ist die Möglichkeit, vom Naheradweg in Türkismühle mittels des Saar-Hunsrück-Express die zahlreichen Steigungen nach Hermeskeil bequem zu überbrücken und dort die Tour über den Ruwer-Hochwald-Radweg auf der alten Bahntrasse bis Trier fortzusetzen. Über den Nahehöhenweg oder den Naheradweg gelangt man nach Nohfelden. Die Burg Nohfelden sowie der Bärenpfad sind lohnende Ausflugsziele.

 

 

Geschichtlicher Überblick

 

Im folgenden finden Sie einen chronologischen Überblick der wichtigesten geschichtlichen Daten von Hunsrück- und Hochwaldbahn. Wenn Sie mehr zur Geschichte der Eisenbahn in Hunsrück und Hochwaldbahn erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen die Seite www.hunsrueckquerbahn.de. Hier finden Sie weiterführende informationen zu Streckengeschichte sowie  eine umfangreiche Sammlung an nostalgischen Bildern und Dokomenten zum Thema.

1884
Am 04. April erfolgt der Beschluss des Baus einer Eisenbahn untergeordneter Bedeutung von Trier durch das Ruwertal nach Hermeskeil.

1889
Die 52,9 km lange Hochwaldbahn Trier – Hermeskeil wird am 14. August feierlich eingeweiht. Am 06. Oktober folgt die Eröffnung der Strecke Langenlonsheim – Simmern.

1890
Verabschiedung des Gesetzes zum Bau der Strecke Hermeskeil – Wemmetsweiler durch den Preußischen Landtag am 10. Mai.

1892
Am 06. Juni wird das Gesetz zum Bau der Bahnlinie Nonnweiler – Türkismühle beschlossen.

1896
Am 03. Juni wird das preußische Gesetz zum Bahnbau der Strecke von Simmern bis Kirchberg erlassen. Außerdem erfolgt die Genehmigung zur Weiterführung der Strecke nach Hermeskeil.

1897
Am 15. Mai wird die 22,9 km lange Strecke Hermeskeil – Türkismühle eingeweiht. Der Erlass zum Streckenbau über Morbach bis nach Hermeskeil kommt am 08. Juni.

1901
Am 15. Juli erfolgt die Eröffnung der Strecke Simmern – Kirchberg (Hunsrück).

1902
Eröffnung der Bahnstrecke Kirchberg – Morbach am 15. Dezember

1903
Am 01. Oktober erfolgt die Eröffnung des letzten Teilstücks Morbach – Hermeskeil der 72,7 km langen Hunsrückbahn Simmern – Hermeskeil. In Hermeskeil wird die ursprüngliche Maschinenstation mit zweiständigem Lokschuppen und 13-m-Drehscheibe durch das auch heute noch vorhandene Betriebswerk mit 16-m-Drehscheibe und sechsständigem Ringlokschuppen ersetzt. Dampfloks der preußischen Gattung T 9.3 lösen die T 3 im Personenverkehr sowie G 3 und G 4 im Güterverkehr ab. Auch T 14 sowie G 10 und T 12 werden später eingesetzt.

1908
Aus strategischen Gründen beschleißt man den zweigleisigen Ausbau des Streckenabschnitts Nonnweiler – Türkismühle.

1911
Der zweigleisige Ausbau Nonnweiler – Türkismühle ist fertig gestellt.

1914-1918
Erster Weltkrieg

1923
Nach dem 1. Weltkrieg führen die Besatzungsmächte so genannte “Regiebahnen” ein, französisches Personal übernimmt den Betrieb auf der Hochwaldbahn. Aufgrund des Versailler Vertrags werden Türkismühle und Büschfeld auf deutscher Seite bzw. Namborn und Limbach auf saarländisch-französischer Seite zu Grenzbahnhöfen.

1930
Mit dem Ende der Besatzungszeit kommt auch das Ende der Regiebahn. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft übernimmt den Betrieb auf der Hochwaldbahn

1933
Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland.

1935 bis 1938
Die Pläne der Nationalsozialisten führen zum Bau der Hunsrückhöhenstraße und Ausbau der Eisenbahnstrecken im Hunsrück. Bahnhöfe werden erweitert und zusätzliche Kreuzungs- und Verladestellen errichtet.

1939-1945
Der Zweite Weltkrieg bringt das wohl dunkelste Kapitel der Hunsrückbahn: An der Kreuzungsstelle der B269 mit der Hunsrückbahn sowie in Hoxel werden unter strengster Geheimhaltung V2-Raketen verladen, die im benachbarten Wald abgeschossen werden. Auch in Pölert beginnt man gegen Ende des 2. Weltkrieges noch mit dem Bau einer Rampe zur V2-Entladung. Die Rampe wird aber nicht vollendet. Ob das Konzentrationslager Hinzert-Pölert einen Gleisanschluss hatte, bzw. ob ein Gleisanschluss geplant war, der nicht fertig gestellt wurde, ist nicht bekannt.

1945
Der Bahnhof Hermeskeil wird mehrfach bombardiert. Auf der Hochwaldbahn sind 23 der insgesamt 28 Brücken zerstört, so dass kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges kein weiterer Betrieb mehr möglich ist. Die Viadukte der Hunsrückbahn sind wiederholt Ziele alliierter Luftangriffe, eine provisorische Befahrbarkeit wird jedoch immer wieder hergestellt. Im März 1945 erfolgt die vollständige Sprengung der Viadukte bei Deuselbach und Geisfeld durch deutsche Truppen, um den Vormarsch der Alliierten aufzuhalten. Auch das Hoxeler Viadukt wird (wahrscheinlich von deutschen Truppen) zerstört.

1946
Die französische Besatzungsmacht errichtet eine Zollgrenze. Hermeskeil wird damit auf deutscher und Bierfeld auf saarländischer Seite bis 1952 zum Zoll- und Grenzbahnhof.

1949
Nach umfassenden Wiederherstellungsmaßnahmen kann die Hochwaldbahn wieder durchgehend in Betrieb genommen werden. Der Abschnitt Nonnweiler – Türkismühle wird nur noch eingleisig wiederhergestellt. Zunächst werden Dampflokomotiven der Baureihen 57, 74, 86 und 93.5 eingesetzt.

1950
Am 3.August kann der Verkehr zwischen Morbach und Hermeskeil wieder aufgenommen werden.

1953
Der Reiseverkehr auf der Hochwald- und Hunsrückbahn wird von Schienenbussen übernommen, zunächst VT 95, später dann VT 98. Im Schülerverkehr kommen auch 211 bzw 212 (V 100.10 und V 100.20) mit Umbauwagen zum Einsatz. Im Güterverkehr lösten die Baureihen 211 und 212 die zuvor eingesetzten Dampfloks ab. Am 04. Oktober wird der vereinfachten Nebenbahnbetrieb zwischen Simmern und Hermeskeil eingeführt, was den Rückzug fast aller Fahrdienstleiter bedeutet.

1956
Das Bahnbetriebswerk Hermeskeil wird zur Außenstelle des Bahnbetriebswerks Simmern

1959
Am 01. April wird das BW Hermeskeil geschlossen.

1969
Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke Hermeskeil – Türkismühle. Das NATO-Getreidelager Hirschfeld geht in Betrieb.

Ende der 60er Jahre
Lokschuppen und Gebäude der Bw-Außenstelle Morbach werden abgerissen.

Anfang der 70er Jahre
Rückbau der Gleisanlagen und der Drehscheibe der Bw-Außenstelle Morbach.

1974
Der Fahrdienstleiter Simmern wird Zugleiter für die Strecke bis Hinzerath.

1976
Starkes Absinken des Fahrgastaufkommens führt am 30. Mai zur Einstellung des Personenverkehrs Simmern – Hermeskeil. Am 27. September verliert der Bahnhof Büchenbeuren und der Bahnhof Hinzerath seine örtliche Besetzung. Weitere Bahnhöfe werden auf das Nötigste reduziert. Der Fahrdienstleiter Simmern wird Zugleiter bis Hermeskeil.

1977
Im Juni 1977 verliert auch der Bahnhof Morbach seine örtliche Besetzung.

1981
Einstellung des Personenverkehrs zwischen Pluwig und Hermeskeil.

1983
Der Bahnhof Hermeskeil wird zurückgebaut und verliert seinen örtlichen Fahrdienstleiter.

1984
Einstellung des Personenverkehrs zwischen Waldrach und Pluwig.

1985
Ab September kommt es zwischen Thalfang und Hermeskeil aufgrund der strategischen Bedeutung der Strecke zu umfangreichen Gleiserneuerungen. Auch Brücken und Tunnel werden saniert.

1986
Einstellung des Personenverkehrs zwischen Trier Hbf und Waldrach.

1987
Im Frühjahr geht die Ladestelle Zolleiche wieder in Betrieb.

1989
Einstellung des Güterverkehrs zwischen Ruwer DB und Hermeskeil. Aus militärischen Gründen wird die Strecke weiter unterhalten.

1991
Im Juni wird der Gütertarifpunkt Hirschfeld geschlossen. Am 10. Oktober 1991 wird in Trier der Vereins Hochwaldbahn e. V. gegründet, der am 21. Oktober seine ersten Eisenbahnfahrzeuge erwirbt (VT55 und VB23).

1992
Der Verein Hochwaldbahn e. V. kann auf der Ruwertalstrecke Trier-Ruwer-Hermeskeil (noch unter DB-Regie) den Touristikbahnbetrieb aufnehmen.

1995
Umzug des Vereins nach Hermeskeil. Der Verein wird vom Land Rheinland-Pfalz als öffentliches Eisenbahnverkehrsunternehmen anerkannt.

1996
Der amtierende Vorstand des Hochwaldbahn e. V. versucht, den Touristikbahnverkehr in der Saison auf 3 Fahrtage pro Woche anzuheben. Zwei Vollzeitarbeitsplätze sollten dauerhaft entstehen. Obwohl dieser Betrieb technisch sehr gut abläuft, kann leider keine Kostendeckung erreicht werden.

1997
Der neu gewählte Vorstand des Hochwaldbahn e.V. muss am 1. Juni aus finanziellen Gründen den umfangreichen Touristikbahnverkehr auf der Hochwaldbahn einstellen. Seit 01. Juni wickelt die Bahngesellschaft Waldhof in Auftrag von DB Cargo den Güterverkehr auf der Strecke Langenlohnsheim – Morbach mit gemieteter Lok und eigenem Personal ab. Die NATO verzichtet aufgrund der geänderten weltpolitischen Lage auf die weitere Vorhaltung der Strecke Trier – Hermeskeil-Simmern. Zum 31. Dezember wird die Strecke Morbach – Hermeskeil stillgelegt.

1998
Zum 10. August 1998 wird die Bahnlinie Trier-Ruwer – Hermeskeil durch die DB AG stillgelegt. Die geplante Wiederaufnahme des Touristikbahnverkehrs mit neuem Konzept durch den Hochwaldbahn e. V. wird so unmöglich gemacht. Im September 1998 kann die Bahngesellschaft Waldhof die Betriebsführung der Strecke Langenlohnsheim – Morbach übernehmen.

2000
Im März wird der Gleisabbau Trier-Ruwer – Hermeskeil von der Immobiliengesellschaft der DB AG in Auftrag gegeben.

2001
Das Projekt MORA-C besiegelt das Ende der Güterzüge durch die DB auf der Strecke Türkismühle – Hermeskeil. Gleichzeitig verliert die Strecke ihre strategische Bedeutung. Die DB schreibt die Strecke zur Übernahme aus. Auch zwischen Stromberg und Morbach wird der Güterverkehr auf Druck der DB eingestellt. Die DB begründet dies mit zu geringer Verkehrsnachfrage. Nachfrage ist aber durchaus vorhanden, potentielle Kunden werden durch das Gebaren der DB allerdings mehr und mehr abgeschreckt. Die rheinland-pfälzische Landesregierung wirft der Deutschen Bahn vor, den Verkehr der Rheinland-Pfalz-Eisenbahn (Tochtergesellschaft der Bahngesellschaft Waldhof) im Hunsrück zu behindern.

2002
Der Pachtvertrag der Bahngesellschaft Waldhof läuft 2002 aus. Es gibt erste Initiativen zur Reaktivierung der Eisenbahnstrecke Hermeskeil – Morbach. Die Gemeinden Hermeskeil, Thalfang und Morbach wollen die Strecke von der DB Netz AG kaufen und einer touristischen Nutzung zuführen. Fahrradweg, Draisinenstrecke, Touristikbahn und Reaktivierung des Güterverkehrs sind im Gespräch. Eine von der Universität Kaiserslautern erarbeitete Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine touristische Nutzung sowie eine Nutzung im Güterverkehr zu empfehlen ist. Eine Nutzung als Draisinenstrecke wird aufgrund zu extremer Steigungen und zu großer Stationsabstände nicht weiter verfolgt.

2003
Am 13.11.2003 kann nach zähem Übernahmeprozess endlich ein Pachtvertrag zwischen DB-Netz und der Hochwaldbahn-Gruppe für die Strecke Hermeskeil – Türkismühle geschlossen werden.

2004
Der Hochwaldbahn e.V. Hermeskeil (Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen des Hochwaldbahn-Verbunds) betreibt seit 2004 die Strecke Hermeskeil – Türkismühle als öffentliche Eisenbahninfrastruktur. Neben regelmäßigen Touristikbahn-Fahrten sind seither bei Bedarf auch wieder Güterzüge auf der Strecke anzutreffen. Im Juli untersagt das Eisenbahnbundesamt der DB AG, die Strecke Morbach – Langenlohnsheim stillzulegen, da nach Auffassung des EBA die Verhandlungen mit Dritten nicht in ausreichendem Maß geführt wurden. Am 09. November wird die Strecke für 2,4 Millionen € ausgeschrieben.

2005
Zu Beginn des Jahres 2005 wurde die HWB Verkehrsgesellschaft mbH mit Sitz in Hermeskeil gegründet und am 01. Juli als öffentliches Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) zugelassen. Seither ist der Hochwaldbahn e. V. Mitglied der HWB-Unternehmensgruppe.

2007
Am 25. Oktober wird die DB vom Bundesverfassungsgericht dazu verurteilt, die Hunsrückbahn Langenlohnsheim – Morbach wieder befahrbar herzurichten. Die Strecke wurde zuvor seitens der DB unrechtmäßig betrieblich gesperrt. Mit dem 26. November wurde der Abschnitt Büchenbeuren – Morbach von der DB Netz AG zur Abgabe oder Stilllegung nach §11 AEG ausgeschrieben. Fortan wird die Strecke in die Reaktivierungsbetrachtungen mit einbezogen.

2008
Laut eines am 18. August vorgestellten Gutachtens belaufen sich die Kosten für den Erhalt der Gesamtstrecke Büchenbeuren – Morbach – Thalfang – Hermeskeil auf 3 Millionen Euro. In diesen Betrag eingerechnet sind Kauf der Strecke, Reaktivierung sowie ein 10-jähriger Betrieb. Mit Wirkung vom 01.September pachtet die Hochwaldbahn-Gruppe die Strecke Hermeskeil – Morbach, um die Kaufverhandlungen zwischen DB und Anliegergemeinden nach vorne zu bringen. Der Hochwaldbahn e. V. wird in Förderverein Hunsrückbahn e. V. umbenannt. Von September bis Dezember 2008 wird die Strecke Büchenbeuren Morbach freigeschnitten sowie die Bahnübergänge und die Signale der Strecke hergerichtet. Am 12. November erreicht ein Schienenbus der Hochwaldbahn per Tieflader das Inselstreckenstück Morbach – Büchenbeuren.

2009
Die Landeseisenbahnaufsicht erteilt der Hochwaldbahn-Gruppe am 30. Januar die Betriebsgenehmigung für den Abschnitt Büchenbeuren – Morbach. Am 22. März erreicht ein Bauzug des Fördervereins Hunsrückbahn den Bahnhof Morbach aus Richtung Hermeskeil. Die Strecke ist seither wieder durchgängig befahrbar. Am Pfingstwochenende 2009 beginnt der Touristikbetrieb auf der Strecke Morbach – Büchenbeuren mit einer großen Eröffnungsveranstaltung. Außerdem wird der neueste Schienenhaltepunkt im Hunsrück an diesem Wochenende eingeweiht: In ehrenamtlicher Arbeit haben Bürger der Gemeinde Wahlenau bei km 62,4 einen Bahnsteig errichtet. Am 09. Mai wird auf der Trasse der Ruwertalstrecke der Ruwer-Hochwald-Radweg eröffnet. Der 48 km lange Radweg entlang der stillgelegten Bahnstrecke Trier-Hermeskeil ist laut Verkehrsministerium mit ca. 10,5 Millionen Euro das bislang längste und teuerste kommunale Radwegeprojekt in Rheinland-Pfalz. Da sich die Gemeinde Kirchberg an einem Kauf der Strecke Büchenbeuren – Hermeskeil nicht beteiligen will, verzögert sich der Ankauf der Strecke durch die Gemeinden. Die Bahn reduziert zwar den Kaufpreis um den von der Gemeinde Kirchberg aufzubringenden Betrag, allerdings müssen in den Gemeinden teilweise neue Beschlüsse gefasst werden. Am 09. Dezember beschließt Hermeskeil als letzte der beteiligten Gemeinden den Ankauf der Strecke.

2010
Die Finanzaufsichtsbehörde (ADD) untersagt den Kreisen Trier Saarburg und Bernkastel-Wittlich die geplanten Zuschüsse zum Streckenkauf in Höhe von 175.000 €. Der Ankauf der Streke kommt nicht zustande.

2012
Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Nord erkennt die Bedeutung der Touristischen Verkehre für die entwicklung des Tourismus im Hunsrück und unterstützt die Touristischen Verkehre der Strecke Morbach – Büchenbeuren. Dank der finanziellen Zuschüsse kann der Fahrplan erheblich ausgeweitet werden und wird so wesentlich attraktiver. Der Zweckverband betont , dass man eine Wiederinbetriebnahme der Strecke Morbach Hermeskeil ausdrücklich unterstützt. Am 27.04.12 findet die Eröffnungsfahrt der Saison 2012 mit geladenen Gästen auf der Strecke Morbach – Büchenbeuren statt. Alle Redner auf der Festveranstaltung (u. a. Landrad Gregor Eibes, der Verbandsdirektor des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord Dr. Thomas Geyer und Jutta Blatzheim-Roegler, Landtagsmitglied der Grünen) betonen, das mit der Förderung der touristischen Verkehre durch den Zweckverband zwar ein wichtiger Schritt erreicht ist, aber das Ziel nur darin bestehen kann, die Hunsrückstrecke im gesamten zu erhalten,um die touristischen Verkehre bis Hermeskeil (-Türkismühle) durchbinden zu können. Zum 31.08.2012 muss jedoch der Betrieb auf dem Abschnitt Hermeskeil – Türkismühle wegen Sperrung der Strecke eingestellt werden.

2013
Wie im Vorjahr wird erneut der Abschnitt Büchenbeuren – Morbach mit finanzieller Unterstützung des ZV SPNV Nord befahren. Die Fahrgastzahlen erreichen trotz der widrigen Witterungsverhältnisse in den Monaten Mai und Juni fast die Vorjahreswerte.

2014 
Im Zuge von Messungen und Begehungen werden Mängel an der Bahnstecke Büchenbeuren – Morbach festgestellt, die nicht belassen werden können. Ein Personenverkehr ist somit nicht mehr möglich. Alle Fahrten werden daher abgesagt. Nach gründlicher Prüfung der wirtschaftlichen Lage und des Streckenzustandes wird der Beschluss zur Streckenstilllegung gefasst. Dieser wird dann am 12.08.2014 genehmigt. Der Gesamtabschnitt Büchenbeuren – Hermeskeil – Türkismühle ist somit gem. § 11 AEG stillegelegt (dauerhafte Betriebseinstellung). Zum 31.12.2014 wurden die Pachtverträge gekündigt und die Strecken an die DB Netz AG zurück gegeben.

 

Info- und Tickethotline:
0651 / 9 96 37 171
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